Gisela Erler
Gisela Erler
(Familienforscherin und
Gründerin der pme Familienservice GmbH)
Frau Erler, würden Sie sich als Kita-Erfinderin bezeichnen?
Das nicht, ich habe die Kitas ja nicht erfunden. Ich bin aber eine begeisterte Gründerin und Fürsprecherin für tolle qualitativ hochwertige Kinderbetreuung von der ersten Lebensphase an. Ich möchte dazu beitragen,dass Menschen sich vorstellen können, beruflich erfolgreich zu sein, ohne dass ihre Kinder darunter leiden – und den Kampf gegen das schlechte Gewissen erfolgreich führen.
Was hat Sie besonders dazu veranlasst, Einrichtungen aufzubauen?
Die Tatsache, dass Frauen eher Kinder bekommen, wenn es gute Betreuungsangebote bereits für sehr kleine Kinder und zu günstigen Preisen gibt, was ich zunächst im Ausland und bei internationalen Unternehmen beobachten konnte. Ich finde es sehr schade, wenn junge Menschen sich nicht trauen, Kinder zu bekommen - sie sollen das wagen können, und mit guter Betreuung tun sie das auch. Übrigens auch beim Familienservice: Seit wir so viele Einrichtungen haben, die auch unsere eigenen Beschäftigten nutzen können,gibt es bei uns mehr Nachwuchs.
Was macht Ihnen bei Ihren Kitas am meisten Spaß?
Zu sehen, was bereits sehr kleine Kinder alles können! Die „Explosion“ des kindlichen Bewusstseins beeindruckt mich immer wieder. Es freut mich auch, dass Erzieherinnen und Erzieher immer mehr lernen, dass man mit kleinen Kindern schon viel anfangen kann. Bisher waren ja Kinderkrippen als Arbeitsplätze nicht sehr beliebt, was sich in der letzten Zeit zum Glück ändert. Positiv finde ich auch, dass Eltern und Erzieherinnen und Erzieher immer sicherer werden, was frühkindliche Betreuung, lange Betreuungszeiten und flexible Betreuung betrifft.
Und was ist Ihnen bei den Einrichtungen des pme Familienservice am Wichtigsten?Es gibt den Spruch „Karriere wird zwischen vier und sechs gemacht“, und er trifft zu: Wer sein Kind immer schon früh abholen muss, versäumt viele wichtige Dinge. Deshalb sind mir lange Betreuungszeiten und eine gleich bleibend hohe Betreuungsqualität sehr wichtig. Bei uns gibt es keine Spätgruppen oder übrig gebliebenen Kinder, wir betreuen auch abends noch jedes Kind mit derselben Hingabe und Verantwortung wie am Vormittag.
Bei uns müssen die Kinder auch nicht jeden Tag da sein, um in den Genuss guter pädagogischer Arbeit zu kommen. Wir richten unsere Angebote so aus, dass auch Kinder, die nur an drei Tagen in der Woche da sind, alles mitbekommen und –erleben. Besonders wichtig sind mir auch möglichst geringe Schließzeiten. Um Missverständnissen vorzubeugen: Dass eine Einrichtungen das ganze Jahr über jeden Tag viele Stunden geöffnet hat, bedeutet nicht, dass die Eltern diese langen Öffnungszeiten immer ausnutzen. Sie holen ihre Kinder natürlich gerne früh ab oder machen Ferien mit ihnen. Sie sollen aber ihr Kind immer ohne schlechtes Gewissen bringen können, wenn das erforderlich ist.
In unseren Back-up-Einrichtungen für stunden- und tageweise Betreuung geht es mir weniger um Bildung, sondern vor allem darum, dass die Kinder bei uns eine möglichst gute Zeit haben. Ein bisschen so wie in den Ferien – deswegen holen wir uns dafür auch Anregungen von Ferienclubs.
Worauf sollten Eltern achten, wenn sie eine Einrichtung besichtigen?
Es sollte eine fröhliche Stimmung herrschen, die Erzieherinnen und Erzieher sollten offen auf Sie und Ihr Kind zugehen und gesprächsbereit sein. Ich empfehle Ihnen, zu kommen, wenn die Kinder da sind, und eine Weile lang einfach nur zuzuschauen: Wie gehen die Betreuungspersonen auf die Kinder zu? Verhalten sie sich einladend, sprechen sie freundlich mit sanfter Stimme, haben sie Blickkontakt zu den Kindern? Was passiert, wenn Kinder weinen - bringen sie den Kindern Respekt entgegen? Wenn Sie diese Fragen mit „ja“ beantworten können und insgesamt die Atmosphäre stimmt, dann ist das mindestens so wichtig wie das Konzept oder die Ausstattung.
Was raten Sie Betreuerinnen und Betreuern, die in einer der Einrichtungen des pme Familienservice arbeiten möchten?
Grundsätzlich freuen wir uns über jede Bewerbung. Wichtig ist uns aber, dass die Bewerberinnen und Bewerber bereit sind, immer weiter zu lernen und sich mit Neuem auseinanderzusetzen und dass sie begeisterungsfähig und engagiert sind. Wir freuen uns über spezielle Fähigkeiten und Kenntnisse (z. B. zu Early English oder Kreativität) oder die Bereitschaft, diese noch zu erwerben. Besonders willkommen sind uns Bewerbungen von Männern, die die oben genannten Eigenschaften mitbringen. Interessierten empfehle ich, sich die Seite „wir als Arbeitgeber“ anzuschauen, hier finden sie Informationen und unsere Kontaktdaten.
Möchten Sie mehr über Gisela Erler erfahren?
Dann besuchen Sie doch ihre Internetseite www.gisela-erler.de.

